Tuesday, 24 March 2009
haust du noch oder stirbst du schon?
es wird zeit zu gehen...und zwar bald. es besteht implosionsgefahr. gut, gut-die dinge haben sich gebessert, unsere vermieterin hat sich immer seltener blicken lassen, sie hat plastikblumen in der küche postiert und schreibt ab und zu liebe sms, wo denn die miete bleibt und dass sie irgendwas will, macht, denkt, holt, bing bong, schreibt.
allerdings wird es hier langsam ungemütlich. vielleicht spukt es hier...die ehemaligen mieter im dachboden gestapelt und ihre seelen wandeln durch die gänge? kurzum, in der haydn avnue fällt alles auseinader.
letze woche lösten sich zehn großflächige fließen von der küchenwand und es muss mit geisterhand zu tun haben, dass nicht nur die fließen sondern gleich auch noch die spachtelmasse mit abfiel-und zum vorschein kam eine alte tapete. uh ah! der heimwerker versteht, der rest schaut nach.
ein paar tage später dann das ungeheuerliche: die waschmaschine gibt nur noch ein träges geräusch von sich, die anzeige blinkt provokant und das wars dann. ah uh!
ach ja, und zuschließen muss man jetzt auch plötzlich, da das normale schloss plötzlich so stark nachgibt, dass jeder der mal reinschauen möchte einfach nur die tür etwas drücken muss.
ich glaube uns sucht ein fluch heim, im heim, heimlich. und bös. klingt fast wie ein film-based on true events-und ich weiß schon wer die hexe ist.
allerdings wird es hier langsam ungemütlich. vielleicht spukt es hier...die ehemaligen mieter im dachboden gestapelt und ihre seelen wandeln durch die gänge? kurzum, in der haydn avnue fällt alles auseinader.
letze woche lösten sich zehn großflächige fließen von der küchenwand und es muss mit geisterhand zu tun haben, dass nicht nur die fließen sondern gleich auch noch die spachtelmasse mit abfiel-und zum vorschein kam eine alte tapete. uh ah! der heimwerker versteht, der rest schaut nach.
ein paar tage später dann das ungeheuerliche: die waschmaschine gibt nur noch ein träges geräusch von sich, die anzeige blinkt provokant und das wars dann. ah uh!
ach ja, und zuschließen muss man jetzt auch plötzlich, da das normale schloss plötzlich so stark nachgibt, dass jeder der mal reinschauen möchte einfach nur die tür etwas drücken muss.
ich glaube uns sucht ein fluch heim, im heim, heimlich. und bös. klingt fast wie ein film-based on true events-und ich weiß schon wer die hexe ist.
Sunday, 22 March 2009
einmal dort stehen
man hat das gefühl sich selbst zu sehen, sich von außen zu betrachten-während man hantiert, erklärt und versucht das ungeschriebene sichtbar für die schauspieler zu machen. man erkennt die energie die im raum schwebt und die auch aus einem selbst kommt, weil man weiß, dass die sätze und gesten die da gesprochen und gespielt werden, aus der eigenen feder stammen.
ich habe die gelegenheit mit einer der "besten schauspielschulen des landes" eine von mir geschriebene szene einzustudieren, ein kleines zuckerl des scriptwriting workshops, den ich hier zusätzlich mache.
35 schauspielstudenten und 9 schreiber erarbeiten hier zusammen 9 szenen und ich bin irgendwie zufrieden. wir stellen uns alle im kries auf und lernen uns kennen. dann werden die schauspieler den szenen zugecastet. eine stunde habe ich dann zeit mit meinen vier schauspielern zu proben, zu toben, zu loben und zu staunen.
als alle szenen vor den restlichen schaupielern und schreibern gespielt werden, die kunst beider lager auf teilweise so wunderschöne weise verschmilzt, oder zart aufeinanderprallt, kann mir die sonne draußen nur noch den rest geben. ein tag, so wunderschön wie dieser. dankbarkeit und kuschlige zufriedenheit strahlen unter meiner sonnenbrille.
groß! ganz groß!
Tuesday, 17 March 2009
germany: italy 1:1,5
essen ist fertig! es war eine retourkutsche mit zwei ollen gäulen, die sich den ausritt ins schlaraffenland souveräner und amüsanter vorgestellt hatten.
pah! hieß es. tagelang kochen für einen abend. lächerlich, überzogen, ordinär.
ha! dacht es. ein stündlein köcheln für 9 gäste. machbar, angemessen, schmackhaft.
milchsuppe sollte es geben, danach schnitzel mit kartoffeln und soße und zum abschluss eine puddingesske köstlichkeit, garniert mit früchten.
am vorabend des jüngsten gerichts stehen wir beide, slowak boy and german boy, in der küche, nachdem wir stunden verbracht haben um puddingpulver zu finden. horden von supermarkt masterminds rennen durch die gänge für-puddingpulver...
wir verkochen vier liter milch, lächeln gequält und denken nach zwei stunden matscherei daran, dass wir gerade eben nur den nachtisch gebaut haben. der mond lacht arrogant.
freitag, der tag des grünen gaumens: die milchsuppe schmeckt wie b-prominenz, sie wird durch spinatsalat ersetzt. es ist bereits um fünf, hinter uns liegen ein tag uni, ein morgentlicher einkauf- masterminds auf der suche nach paniermehl-und die quälende frage: ach du scheiße, wie? bitte wie?
wir kochen, kloppen die schnitzel platt, platt,platt, nimm das. wir rühren, köcheln, brodeln und vergssen zutaten, rennen, kaufen, vernebeln die küche, tränen, verkohlen uns und zwei schnitzel, rufen mama an und fragen warum die schnitzel qualmen...und sind nach nach vier stunden fertig...ach ja, das essen auch.
das bonmot: kurz vor trogfüllung kommt gar lustig keckheit zum vorschein: ein viertel der gäste isst kein fleisch. hehe, haha, meise oder was!
wir servieren schließlich alles und sind stolz auf unsere leistung. slovak und german schauen sich entzückt in die augen, eine optische umarmung aufgrund der liebe und zuneigung für speis und trank, man herzt sich und ist sich sicher:
nie wieder!!!
pah! hieß es. tagelang kochen für einen abend. lächerlich, überzogen, ordinär.
ha! dacht es. ein stündlein köcheln für 9 gäste. machbar, angemessen, schmackhaft.
milchsuppe sollte es geben, danach schnitzel mit kartoffeln und soße und zum abschluss eine puddingesske köstlichkeit, garniert mit früchten.
am vorabend des jüngsten gerichts stehen wir beide, slowak boy and german boy, in der küche, nachdem wir stunden verbracht haben um puddingpulver zu finden. horden von supermarkt masterminds rennen durch die gänge für-puddingpulver...
wir verkochen vier liter milch, lächeln gequält und denken nach zwei stunden matscherei daran, dass wir gerade eben nur den nachtisch gebaut haben. der mond lacht arrogant.
freitag, der tag des grünen gaumens: die milchsuppe schmeckt wie b-prominenz, sie wird durch spinatsalat ersetzt. es ist bereits um fünf, hinter uns liegen ein tag uni, ein morgentlicher einkauf- masterminds auf der suche nach paniermehl-und die quälende frage: ach du scheiße, wie? bitte wie?
wir kochen, kloppen die schnitzel platt, platt,platt, nimm das. wir rühren, köcheln, brodeln und vergssen zutaten, rennen, kaufen, vernebeln die küche, tränen, verkohlen uns und zwei schnitzel, rufen mama an und fragen warum die schnitzel qualmen...und sind nach nach vier stunden fertig...ach ja, das essen auch.
das bonmot: kurz vor trogfüllung kommt gar lustig keckheit zum vorschein: ein viertel der gäste isst kein fleisch. hehe, haha, meise oder was!
wir servieren schließlich alles und sind stolz auf unsere leistung. slovak und german schauen sich entzückt in die augen, eine optische umarmung aufgrund der liebe und zuneigung für speis und trank, man herzt sich und ist sich sicher:
nie wieder!!!
Sunday, 8 March 2009
seitenwechsel
ich und meine schwester wollten hier bleiben, wir wollten nicht zurück. meine eltern sind geblieben, auch uns zuliebe. da wo ich herkomm, ist geld die welt. nichts ist heilig-bis auf den koran. meiner schwester wollten sie die schulnoten erst aushändigen, wenn sie geld bekommen. sie hat so geweint, denn ein jahr harte arbeit hingen an-geld.
ich kann mich nicht erinnern, so recht-an das was früher war, aber an die berge, an die luft, an das herumrennen mit freunden. als wir hierherkamen, durfte ich nicht mehr tun was ich wollte. ich musste zuhause bleiben, draußen war es zu gefährlich.
wir wollten hierher kommen, aber man wollte uns nicht. wir haben nicht viel aufgegeben, weil wir mehr wollten-weil meine eltern wollten, dass meine schulnoten nicht am geld hängen.
dafür haben meine eltern viel eingetauscht. heimat, familie, sicherheit.
frag mich nicht mehr warum ich so bin wie ich bin.
ich kann mich nicht erinnern, so recht-an das was früher war, aber an die berge, an die luft, an das herumrennen mit freunden. als wir hierherkamen, durfte ich nicht mehr tun was ich wollte. ich musste zuhause bleiben, draußen war es zu gefährlich.
wir wollten hierher kommen, aber man wollte uns nicht. wir haben nicht viel aufgegeben, weil wir mehr wollten-weil meine eltern wollten, dass meine schulnoten nicht am geld hängen.
dafür haben meine eltern viel eingetauscht. heimat, familie, sicherheit.
frag mich nicht mehr warum ich so bin wie ich bin.
Tuesday, 3 March 2009
germany:italy 0:1
gut, gut...es ist vollbracht. nachdem mich meine blonde, schwedische engelsbraut mit den sitten eines internationalen dinners vetraut gemacht hatte, bei dem jede auffindbare nationalität im wöchentlichen turnus abwechselnd ein abendmahl zusammenstellt, wollten ich und mein magen dies auch in der kulinarischen talsohle england zum freitagabendlichen ritual machen. bei unserer letzten hausparty quatsch ich also weinselig zwei der anwesenden italienerinnen an und überzeuge sie, am darauffolgenden freitag die reihe zu starten. natürlich werde ich dann die woche darauf germanische köstlichkeiten aus dem jurtebeutel zaubern. nun gut, was ist schon in zwei wochen...am freitag gibt es italiano!
als meine mitbewohner und ich, im feinsten zwirn des karg gefüllten kleiderschranks, in der küche unseres vertrauens ankommen, muss ich die unterschwellige konsequenz meines schwedischen imports feststellen...don't fuck with the italians!
als meine mitbewohner und ich, im feinsten zwirn des karg gefüllten kleiderschranks, in der küche unseres vertrauens ankommen, muss ich die unterschwellige konsequenz meines schwedischen imports feststellen...don't fuck with the italians!
sie erklären mir in einer mischung aus vorfreude, dem hausmütterlichen verlangen nach anerkennung und der latent aggressiven, unmissverständlichen aufforderung an mich, die nächste woche das mal mindestens genauso leidlich zu tun, dass sie am morgen um 8 einkaufen waren und seit mittag in der küche stehen. ich schaue dabei abwechselnd in ihre gesichter und die beleuchteten laternen vor dem fenster. hallo? es ist fast neun und sie werkeln immer noch! wir setzen uns alle und ich beginne nervös rezepte in meinem kopf zu suchen.
als sie mojitos servieren, halte ich mich an den strohhalmen fest und hoffe, dass der alkohol schnell einsetzt.
allerdings beginnt nun ein konzert aus unzähligen tönen italieneischer hausfrauenkost, die, so scheint mir, mit jedem bissen verdeutlichen sollen: don't mess with the italians.
als intro werden häppchen serviert, käse und tomaten auf baguette.
dann folgt ein opulenter teller risotto, wohlgemerkt für zehn personen. freundlich wird mir dann der leere teller entwendet um mir voller stolz eine voluminöse portion sogenannter putanesca zu servieren, einen nudelauflauf mit penne, käse und tomate. die spanier am tisch lächeln. der deutsche isst. "fucking girl" nennt der italiener dies gericht. ich denke an das fucking gericht welches nächste woche über meine kartoffeln mit wurst richten wird.
ein weiterer mojito bringt wenigstens die idee, auf jeden fall bier zu servieren.
ein blick in die gesichter aller lässt langsam saturiertheit erkennen, allerdings nicht in den töpfen der beiden köchinnen, die zum widerholten male neu auftischen, diesmal kartoffelspalten mit aubergine in einer süßlich sämigen soße.
als mir langsam klar wird, in welcher situation ich mich befinde wird mir letztlich der todesstoß versetzt - ein dessert voller liebe: ein halber teller tiramisu und zwei feiste stücken sogenannter schokoladensalami, eine art stollen aus schokolade, nüssen und puderzucker.
die letzten reste werden nicht mehr von jedem besiegt. alle sitzen irgendwie bräsig und still auf ihren stühlen, ich bringe das fass mit einem letzen schluck wasser fast zum überlaufen und während ich mich bei den beiden für das essen bedanke, bemerke ich etwas verschlagen diabolisches in ihren augen als sie sagen: "freut uns, dann - bis nächste woche!"
als sie mojitos servieren, halte ich mich an den strohhalmen fest und hoffe, dass der alkohol schnell einsetzt.
allerdings beginnt nun ein konzert aus unzähligen tönen italieneischer hausfrauenkost, die, so scheint mir, mit jedem bissen verdeutlichen sollen: don't mess with the italians.
als intro werden häppchen serviert, käse und tomaten auf baguette.
dann folgt ein opulenter teller risotto, wohlgemerkt für zehn personen. freundlich wird mir dann der leere teller entwendet um mir voller stolz eine voluminöse portion sogenannter putanesca zu servieren, einen nudelauflauf mit penne, käse und tomate. die spanier am tisch lächeln. der deutsche isst. "fucking girl" nennt der italiener dies gericht. ich denke an das fucking gericht welches nächste woche über meine kartoffeln mit wurst richten wird.
ein weiterer mojito bringt wenigstens die idee, auf jeden fall bier zu servieren.
ein blick in die gesichter aller lässt langsam saturiertheit erkennen, allerdings nicht in den töpfen der beiden köchinnen, die zum widerholten male neu auftischen, diesmal kartoffelspalten mit aubergine in einer süßlich sämigen soße.
als mir langsam klar wird, in welcher situation ich mich befinde wird mir letztlich der todesstoß versetzt - ein dessert voller liebe: ein halber teller tiramisu und zwei feiste stücken sogenannter schokoladensalami, eine art stollen aus schokolade, nüssen und puderzucker.
die letzten reste werden nicht mehr von jedem besiegt. alle sitzen irgendwie bräsig und still auf ihren stühlen, ich bringe das fass mit einem letzen schluck wasser fast zum überlaufen und während ich mich bei den beiden für das essen bedanke, bemerke ich etwas verschlagen diabolisches in ihren augen als sie sagen: "freut uns, dann - bis nächste woche!"
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