Wednesday, 26 November 2008

alles bleibt anders

wir stehen also mit schlips und kragen vor der aufgabe, hinter uns die präsentation und zwei wochen recherche und vorbereitung, erklärungen und handouts, powerpoint und einleitung bis. schluss. die studenten in manchester klatschen nach präsentationen, es wird nicht geklopft wenn der dozent seine vorlesung beendet. leise einpacken. und see you. wir habens fein gemacht. fein fein. es wird laudatio praktiziert. auch nach dem ende der stunde. präsentationen haben hier status, machen mindesten 25% der note aus, werden ernst genommen, mit recorder aufgezeichnet und privat mit dozent ausgewertet. es herrscht aufregung unter den insulanern.
"this is my second presentation altogehter, i am kind of worried" verrät mir eine kommilitonin. 15 minuten schicksal.

im zimmer des dozenten wird ersteinmal über manchester gequatscht und gelacht. dies und das. ach und nebenbei. präsentation war gut. ich hab euch 68% gegeben. wo waren wir? ah ja, ihr solltet mal nach wilmslow fahren, und wie ist berlin? dozenten haben hier vornamen und nutzen auch mal deine schulter um nähe zu demonstrieren.

68%. das ist sehr gut. eine sogenannte 2.1. ab 70% ist man wirklich richtig gut. ok ok, wie funktioniert das denn herr lecturer? ich check das nicht. hat schonmal jemand mehr als 80% bekommen? nein, noch nie. in england ist das system ehrlicher. zumindest wenn es um topleistungen geht. 0% kann niemand bekommen, auch wenn man absolutn nonsense schreibt(according to the rules), allerdings kann auch nie jemand 100% bekommen, denn das verweichelt die obejktivität, es lässt keinen spielraum. selbst chomsky würde wohl nicht mehr als 85% bekommen. damit ist gewährleistet, dass selbst eine relative außerordentliche leistung im globalen maßstab einegordnet werden kann. mark-ant!


die bibliothek ist lückenhaft bestückt. ausleihe für die meisten bücher mit bis zu vier wochen leihfrist. wo ist die literatur für mein essay-drei wochen till game over. ich liebe plötzlich bestandsbibliotheken. jena gen osten.

die drucker bieten den einzigartigen service, bei jedem ausgeführten druckerauftrag ein extrablatt auszudrucken, das namen und guthaben auflistet. jedesmal. neben den druckern stehen körbe gefüllt mit hunderten blättern, voll mit namen und guthaben. (daneben ein kleines feuer, in das man fünf-pound- scheine werfen kann - nur so, zum spaß-ach ja, ein jahr universität kostet hier 3000 pfund - wen stören da papierwüsten)

auf den straßen fröstelt sich der festlandeuropäer. frauen zeigen bein und wenig kleid-the whole world is my gynecologist. der aktuelle look, ein schnippisches statement auf das wohl der weiblichkeit, aller wetterwidrigkeiten trotzend. es ist sommer, wann ich es will. viel bein, umwoben von einer strumphose, beginnend unter dem erweiterten genitalbereich ( ein rock oder überbreiter gürtel verdeckt die enteckens-werte) und vollendet mit winterstiefeln. its a statement, bitch!

( der festlandeuropäer echauffiert sich und vor allem die holde weiblichkeit verwahrt sich der offensichtlichen verwahrlosung jeglicher moral und jeglichen stilempfindens - der holde mann diskreditiert das wenige an verdecktem und fokusiert lieber das was offen bleibt. - ever tried another perspective?)

alles bleibt anders. am abend wird der tag mit zwei wasserhähnen gehuldigt-kalt und warm. mix it.


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