Tuesday, 3 March 2009

germany:italy 0:1



gut, gut...es ist vollbracht. nachdem mich meine blonde, schwedische engelsbraut mit den sitten eines internationalen dinners vetraut gemacht hatte, bei dem jede auffindbare nationalität im wöchentlichen turnus abwechselnd ein abendmahl zusammenstellt, wollten ich und mein magen dies auch in der kulinarischen talsohle england zum freitagabendlichen ritual machen. bei unserer letzten hausparty quatsch ich also weinselig zwei der anwesenden italienerinnen an und überzeuge sie, am darauffolgenden freitag die reihe zu starten. natürlich werde ich dann die woche darauf germanische köstlichkeiten aus dem jurtebeutel zaubern. nun gut, was ist schon in zwei wochen...am freitag gibt es italiano!

als meine mitbewohner und ich, im feinsten zwirn des karg gefüllten kleiderschranks, in der küche unseres vertrauens ankommen, muss ich die unterschwellige konsequenz meines schwedischen imports feststellen...don't fuck with the italians!

sie erklären mir in einer mischung aus vorfreude, dem hausmütterlichen verlangen nach anerkennung und der latent aggressiven, unmissverständlichen aufforderung an mich, die nächste woche das mal mindestens genauso leidlich zu tun, dass sie am morgen um 8 einkaufen waren und seit mittag in der küche stehen. ich schaue dabei abwechselnd in ihre gesichter und die beleuchteten laternen vor dem fenster. hallo? es ist fast neun und sie werkeln immer noch! wir setzen uns alle und ich beginne nervös rezepte in meinem kopf zu suchen.

als sie mojitos servieren, halte ich mich an den strohhalmen fest und hoffe, dass der alkohol schnell einsetzt.

allerdings beginnt nun ein konzert aus unzähligen tönen italieneischer hausfrauenkost, die, so scheint mir, mit jedem bissen verdeutlichen sollen: don't mess with the italians.

als intro werden häppchen serviert, käse und tomaten auf baguette.

dann folgt ein opulenter teller risotto, wohlgemerkt für zehn personen. freundlich wird mir dann der leere teller entwendet um mir voller stolz eine voluminöse portion sogenannter putanesca zu servieren, einen nudelauflauf mit penne, käse und tomate. die spanier am tisch lächeln. der deutsche isst. "fucking girl" nennt der italiener dies gericht. ich denke an das fucking gericht welches nächste woche über meine kartoffeln mit wurst richten wird.

ein weiterer mojito bringt wenigstens die idee, auf jeden fall bier zu servieren.

ein blick in die gesichter aller lässt langsam saturiertheit erkennen, allerdings nicht in den töpfen der beiden köchinnen, die zum widerholten male neu auftischen, diesmal kartoffelspalten mit aubergine in einer süßlich sämigen soße.

als mir langsam klar wird, in welcher situation ich mich befinde wird mir letztlich der todesstoß versetzt - ein dessert voller liebe: ein halber teller tiramisu und zwei feiste stücken sogenannter schokoladensalami, eine art stollen aus schokolade, nüssen und puderzucker.

die letzten reste werden nicht mehr von jedem besiegt. alle sitzen irgendwie bräsig und still auf ihren stühlen, ich bringe das fass mit einem letzen schluck wasser fast zum überlaufen und während ich mich bei den beiden für das essen bedanke, bemerke ich etwas verschlagen diabolisches in ihren augen als sie sagen: "freut uns, dann - bis nächste woche!"

1 comment:

  1. Für Menüvorschläge dürfen gern die befreundeten Gastronomen zu Rate gezogen werden ;)

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